Ein unerwarteter Spaziergang im Schloss Laxenburg

Beim Thema Freizeit habe ich immer schon dazu tendiert, alles bis ins kleinste Detail zu (ver)planen. Partys, Treffen mit Freunden, Ausflüge. Ich weiß am liebsten schon im Voraus wo es hingeht, wie lange es dauern und wie der Tagesablauf sein wird – Hauptsache es passiert nicht allzu viel Unvorhergesehenes. Wäre ich Bilbo Beutlin gewesen, hätte die Herr der Ringe-Saga ganz anders ausgesehen.
Dabei muss sogar ich zugeben: die schönsten Dinge entstehen meist aus Spontanität.

Als wir letzten Monat gerade auf dem Heimweg von einem Burgenland-Kurztrip waren, war ich glücklicherweise offen für etwas Ungeplantes. Na gut, mein Freund hatte mich klugerweise mit der Versprechung geködert, gleich das beste Eis meines Lebens zu essen. Der kleine Ort Laxenburg liegt ungefähr 25 km vom Stadtzentrum Wiens entfernt und der Weg dorthin wird gesäumt durch ein eher uncharmantes Industriegebiet. Auch besagter Eissalon ist von außen eher unscheinbar, man darf sich aber wie so oft von Äußerlichkeiten nicht täuschen lassen. Das Schokomousse-Eis zählte tatsächlich zu den besten Eissorten, die ich je gegessen habe. Wegen des perfekten Wetters beschlossen wir, ein bisschen durch die Gärten des Schloss Laxenburg zu spazieren, das gleich um die Ecke lag. Und so kam es, dass wir durch die Schlosstore direkt in ein grünes Narnia stolperten, inmitten dieses unscheinbaren Industriegebietes.

 

 

 

Der riesige Park erstreckt sich auf gut 250 Hektar und birgt dichte Wälder, Wiesen, Spazierwege, Teiche, zwei Schlösser sowie einige pittoreske Pavillons, auf denen scheinbar jederzeit Dick van Dyke mit vier Pinguin-Kellnern durch die Gegend steppen könnte. Tatsächlich hätte ich in diesem Augenblick gerne das weiße Kleid mit passendem Hut aus dem 1964er Mary Poppins Film getragen, Picknickkorb in der einen, Spitzenschirm in der anderen Hand. Wir spazierten vorbei am mittelalterlichen Alten Schloss, durch den wunderschön-barocken Blauen Hof hindurch und obwohl es Samstag-Vormittag war, begegneten wir lange keiner Menschenseele. Gerade waren wir noch umringt von urbanem Straßenlärm und plötzlich war das einzige, was uns umgab das Blätterrauschen hoch oben in den lichtdurchlöcherten Wipfeln der Bäume. Die Gerüche wechselten zwischen süßem Blütenduft, warmen Heu und dem typischen, schweren Geruch von Waldboden und Moos. Es war so idyllisch und ruhig, das unser Dasein nicht einmal die Hirschkuh mit ihrem Kitz störte, die keine 10 Meter entfernt von uns friedlich grasten. Einzig das Klicken meiner Kamera schreckte die beiden auf und sie hüpften wieder ins dichte Gebüsch.

 

 

 

Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
ich nahm es so im Wandern mit,
auf daß es einst mir möge sagen,
wie laut die Nachtigall geschlagen,
wie grün der Wald, den ich durchschritt.

Theodor Storm (1817 – 1888)

 

Laxenburg Schloss

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Ich weiß gar nicht genau, wie lange wir unterwegs waren. Keiner von uns schaute auf die Uhr, die Zeit hatten wir sowieso am Eingang abgegeben. Kleine Statuen erinnerten immer wieder an die Anwesenheit der Habsburger, lange Zeit bevor das Areal für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Kaiser Franz Joseph genoss hier mit seiner Sissi den ersten Aufenthalt nach ihrer Vermählung und man kann sich fast vorstellen, wie die beiden in einem der Ruderboote im See rund um die wunderschöne Franzensburg schipperten. Heute kann das dank Bootsverleih jeder machen. Oder man sucht sich einen ruhigen Platz im Schatten eines alten Baumes und gibt sich seinen Tagträumen hin. Wir hatten uns an jenem Tag für zweiteres entschieden.

 

 

 

Schloss Laxenburg

 

In den warmen Monaten finden hier übrigens eine Menge kultureller Events wie Freilufttheater oder das Outdoor-Sommerkino mit aktuellen Filmen statt. Eigentlich Grund  genug, um aus der Stadt zu flüchten, Straßen- mit Blätterrauschen zu tauschen und sich für ein paar Stunden im Grünen zu verlieren, oder?

 

 

 

Ein Spaziergang am Montmartre

Etwas, was ich ganz besonders an Städten liebe, sind diese Stadtteile, die unverhofft auftauchen und in denen man sich fühlt als wäre man plötzlich ganz woanders. Fast wie kleine Dörfer inmitten von riesigen Metropolen, die das Stadtbild prägen, ohne sich daran anzupassen. Ich mag solche kleinen Zeitreisen. Deshalb gehört auch das Gebiet um den Montmartre für mich zu den sehenswertesten Teilen der französischen Hauptstadt. Sofern man bei all der Schönheit überhaupt eine Rangliste erstellen kann. Wenn sich über Paris der Nebel legt, scheint am Montmartre die Sonne und mancher Einwohner schwört, dass man hier oben erst richtig aufatmen kann. Natürlich und allen voran ist es das Künstlerviertel schlechthin. Toulouse-Lautrec malte hier seine berühmten Plakate für’s Moulin Rouge, das ganz in der Nähe ist. Van Gogh und Matisse schwangen hier die Farbpaletten. Pablo Picasso tat hier die ersten Pinselstriche in dem Stil, der damals die Pariser High Society empört aufschnauben ließ und der heute als Kubismus bekannt ist. Horden von Touristen (viele davon keuchend und nach Luft ringend) zieht es den Berg hinauf zur Place du Tertre, wo sie das zu finden glauben, wofür dieser Hügel einst berühmt wurde. Staffeleien, Pinsel, mit Farbflecken bekleckerte junge Künstler die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Stattdessen findet man gerade an diesem Ort leider nur noch einen Porträtzeichner nach dem anderen, hunderte lieblose Replikate, viel zu viele Touristenfallen mit schlechtem Essen und tausende Souvenirs, die mit den Werken der großen Maler von einst bedruckt sind. Statt charmanter Bohème gibt es hier nur billigen Kitsch.

Das gilt allerdings nur für einige Gässchen, die Richtung von Sacré-Coer führen. Verlässt man die Pfade, die zur vorderen Postkarten-Ansicht der weißen Kirche führen und schlendert durch die Gassen dahinter, so taucht man in eine völlig andere Welt ein und sieht Paris so, wie es eigentlich sein sollte. Verschlungene Straßen, unebenes Kopfsteinpflaster, das ein oder andere holzvertäfelte Bistro, das windschief aus dem Hügel ragt. Hier erfüllt die Stadt ihre eigenen Klischees auf eine wunderbar unaufdringliche Weise.

 

 

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Jeder Reiseführer drängt seinen Lesern denselben Weg hierher auf: Aussteigen bei der Metro-Station Anvers und dann rauf über die Rue de Steinkerque – ein Hürdenlauf durch geschmacklose „I ❤ Paris“-Pullover, Kühlschrankmagneten und leuchtenden Eiffeltürmen. Natürlich bietet sich dann ein wunderschöner Blick auf Sacré-Coer samt dem Karussell, das man aus dem Film „Die Fabelhaften Welt der Amélie“ kennt. Mich sieht dieser Ort aber nie wieder. Viel zu vollgestopft mit Kitsch und aufdringlichen Straßenverkäufern, die auch schon mal handgreiflich werden, beim Versuch einem Armbänder anzudrehen. Auch der vielbeworbene  Funiculaire, der bis zu 2000 Menschen in der Stunde den Berg hochbringt ist alles andere als romantisch. Tausendfach schöner ist folgender Weg:

Nehmt die Station Abbesses (die zugleich auch einen wunderschön bemalten Aufgang hat) und schlendert in Richtung Rue Ravignan. An deren Ende findet ihr eine köstliche Pâtisserie (die von Gilles Marchal) und eine Menge sehenswerter Ausblicke. Etwas steiler bergauf geht es dann zu einem meiner Lieblingsplätze, dem Place Émile-Goudeau. Hier kann man herrlich auf einer Bank verweilen, den Blättern beim Rascheln zuhören und sich an einem der schönen Trinkwasserbrunnen stärken. Wer will kann sich hierzu die Hintergrundgeschichte durchlesen, die wirklich interessant ist.

Weiter rauf geht es dann immer den braunen Wegweisern nach, vorbei an versteckten Gärten und den typischen Steinstiegen, gesäumt von Laternen.

 

 

Wer die Gegend rund um die beeindruckende weiße Kirche erkundet und den Ausblick auf die Stadt trotz Menschenmassen genossen hat, der tritt den Heimweg am besten über die Rue des Abbesses an. Denn dort findet man eine so große Anzahl an netten Boutiquen, Modeketten und stylischen Bistros, dass mir damals das Wasser in die Augen trat. Man sollte hier eben weder satt noch pleite vorbeikommen (nicht so wie ich also). Über die Rue Lepic, die diese Straße kreuzt (einfach immer bergab gehen) gelangt man dann zur Metro-Station Blanche und sieht so ganz nebenbei auch noch das Moulin Rouge. Womit sich dieser Beitrag auch schon dem Ende neigt. Jetzt bleibt nur noch sich durch die Urlaubsfotos zu klicken und sich wieder zurück zu träumen – in der Hand ein duftendes Pain au Chocolat, im Herzen dieses frisch-verliebt-Gefühl, das diese einzigartige Stadt ausmacht.

 

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Winterlicher Kurztrip: Stockholm für kleines Budget

Stockholm ist eine Stadt, von der ich schon immer wusste, dass ich sie lieben würde – ohne schon einmal dort gewesen zu sein. Die Mentalität, die Architektur, das Design, alles scheint so sympathisch und ansprechend. Und als ich dann genau vor einem Jahr endlich dort war, wurde ich nicht enttäuscht. Stockholm ist mir ans Herz gewachsen. Und das obwohl ich gerade einmal reingeschnuppert habe in diese vielfältige Stadt, die in jeder Jahreszeit so viel zu bieten hat.

So ganz nebenbei war dieser spontane Kurztrip auch die günstigste Städtereise aller Zeiten. Denn vor allem zum Jahresbeginn gibt es unglaublich günstige Angebote. Klar, denn zu dieser Zeit ist es leider auch bitterkalt. Bei durchschnittlich – 13 Grad musste man sich schon regelmäßig  aufwärmen um den Sightseeing-Tag zu überstehen. Was bei der Fülle an netten Cafés, tollen Shops und heimeligen Restaurants aber keine große Überwindung war. Auf Plattformen wie Urlaubsguru oder Urlaubshamster werden immer wieder Pauschalangebote für einen 3-Tages-Kurztrip angeboten und das bereits ab 198 €. In so kurzer Zeit bekommt man natürlich nur einen begrenzten Überblick über die Stadt und man muss sich bereits im Vorhinein überlegen, was man wann unternimmt. Deshalb gibt es hier ein paar Tipps, die ich für den frostigen Kurzurlaub nur wärmstens empfehlen kann:

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Tipp 1 – die beste Aussicht

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Außen Bäh, innen Bäh, aber die Aussicht ist atemberaubend! Der Turm Kaknästornet ist eigentlich ein Fernsehturm und liegt im Stadtteil Djursgarden (wo auch die meisten Museen zu finden sind). Schreckliche Architektur, die zurecht ein bisschen außerhalb der schönen Stadt liegt – die Busfahrt (mit der Nummer 69, Richtung Kaknästornet, dessen Route sich übrigens super für’s Sightseeing eignet) dorthin ist allerdings wunderschön, vor allem im verschneiten Winter. Man fährt gemächlich an pittoresken Bauten und den wichtigsten Museen vorbei, um dann verschneite Wäldchen und weite Wiesen zu passieren. Man sieht Pferde, die durch den glitzernden Schnee stapfen, Familien, die sich einen freien Vormittag gönnen um mit dem Hund die frische Luft zu genießen. Es war wunderbar.

Beim Turm angekommen, kann man dann gegen ein paar Euro Aufpreis 155m nach oben fahren. Trotz Windstille und Sonne war die Luft dort beißend kalt aber durch den Ausblick gefesselt, schafft man es eine Zeit zu verweilen. Stockholm verschneit, die Häfen zugefroren und spiegelglatt – das ist den kleinen Ausflug definitiv wert.

Tipp 2 – die Altstadt erkunden

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Gamla Stan nennt sich die Altstadt Stockholms, die eigentlich eine kleine Halbinsel eingebettet in den vielen Stadtteilen ist. Sie ist genau so, wie ich mir die Stadt von Anfang an vorgestellt habe: Schöne alte Häuschen, verschlungene Gassen, kleine Lokale und romantische Ecken. Leider gibt es gerade hier viele Touristenfallen, die kitschige Souvenirs anbieten. An denen sollte man einfach vorbeigehen und dafür in eines der vielen lauschigen Lokale einkehren. Auch ein „Fika“, eine kurze Kaffeepause mit Plundergebäck, ist immer eine Überlegung wert, zumal es sowieso an jeder Ecke nach heißem Kakao und Zimtschnecken duftet. Ein ausgiebiger aber zielloser Streifzug ist wirklich empfehlenswert. In der ersten Januar-Woche schimmern die Gassen auch noch weihnachtlich beleuchtet und vor vielen Häusern lodern wärmende Feuerstellen.

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Tipp 3 – eine Bootstour machen

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Wer eine Tages- bzw. 3-Tages-Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt besitzt, sollte auch die Fähre nutzen. Bei Minusgraden ist die schneidende Meeresluft schon eine Härteprüfung. Der Abendhimmel, der in allen Pastellnuancen leuchtet, ist das Zittern aber wert. Mit der „Djurgårdsfärjan“ von Slussen nach Djurgården  bekommt man einen tollen Ausblick auf die Altstadt, die kleine Insel Skeppsholmen und den  Vergnügungspark Gröna Lund, der im Winter geschlossen, aber trotzdem eine Augenweide ist. Wie gut kann ich mir hier lange Sommernächte mit Eiscreme, Zuckerwatte und Achterbahnfahrten vorstellen.

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Tipp 4 – ins Museum gehen

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Für ihre überschaubare Größe besitzt die Stadt eine erstaunliche Fülle an Museen. Egal ob für zeitgenössische Fotografie (angeblich sehr empfehlenswert!), Tanz, Spirituosen und natürlich das ABBA Museum. Einen ganzen Vormittag habe ich aber im Nordiska Museet, dem Nordischen Museum verbracht. Ein wunderschönes Gebäude. Es zeigt Kunstwerke, Möbel, Mode und eigentlich alles rund um die skandinavische Kultur. Besonders schön: Es erklärt Bräuche und Traditionen, von denen einige sehr interessant und manche äußerst skurril sind. Auf jeden Fall viel Zeit dafür nehmen!

Tipp 5 – Der beste Burger

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Ich scheue mich nicht davor mich einen Experten zu nennen, wenn es ums Thema Burger geht. In jedem Urlaub, und sei er auch noch so kurz, steht ein Besuch im best-bewerteten Burgerlokal der Stadt am Plan. Und auf Platz Nummer eins rangiert bis heute Flippin‘ Burgers. Das kleine Lokal ist gut besucht aber sogar die 20 Minuten Schlangestehen hat sich gelohnt, also lasst euch nicht davon abschrecken. Alle Zutaten sind regional und werden mit ganz viel Liebe zubereitet. Das merkt man spätestens wenn man den Burger bekommt. Unser Flippin‘ kam nach ca. 25 Minuten – Hier lässt man sich nicht hetzen, ein Kunstwerk braucht eben seine Zeit. Mit andächtiger Miene brachte uns einer der Ladenbesitzer (gleichzeitig einer der Hipster-mäßigsten Hipster die ich je sah) persönlich zwei mit Papier ausgelegte Körbchen, serviert mit solcher Ehrfurcht als hätte er uns eben den heiligen Grahl überreicht. Und dem kam auch der erste Bissen in dieses göttliche Brötchen gleich, das wohlgemerkt nicht zu trocken, nicht zu viel und nicht zu wenig war.  Und wenn man schon mal dort ist, sollte man dazu auch gleich die mit Cheddar-Soße übergossenen Fritten probieren.

Tipp 6 – das Hotel

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Wenn man realistisch ist, durfte man für diesen kleinen Preis keine Luxussuite erwarten. Allerdings wurde ich in diesem Fall positiv überrascht. Das Connect Hotel ist modern, sauber und liegt in einer guten Gegend nicht weit entfernt von der U-Bahn-Station. Unser Zimmer war anfangs allerdings eine kleine Überraschung. Insofern, dass ich mir beim ersten Schritt zur Tür herein gleich mal das Schienbein anstieß – am Bett. Das war zwar nicht großzügig bemessen, füllte aber trotzdem fast den ganzen Raum aus. Was anfangs ganz gut von der Tatsache ablenkte, dass es kein einziges Fenster gab. Aber was jetzt nach einem Horrortrip klingt, entpuppte sich als einer der lustigsten Hotelaufenthalte, den ich jemals hatte. Denn nach einem Tag in der – 13 Grad kalten Stadt sind eine heiße Dusche, ein warmes Bett und ein mitgebrachter Becher heißer Schokolade eigentlich alles was man zum Glücklichsein braucht.

 

Laut gedacht: über Prioritäten und die Tatsache, dass Reisen das beste Investment ist

„To move, to breathe, to fly, to float, to roam the roads of lands remote, to travel is to live.“
Hans Christian Andersen

 

Woran denkt ihr, wenn ihr das Wort Prioritäten hört? Ziemlich sicher tauchen Bilder der eigenen im Kopf auf und die werden bei jedem von uns sehr unterschiedlich aussehen. Schön wäre es, wenn Bilder von Menschen auftauchen würden. Die Großeltern, die man besucht, die Freundin, für die man auch in schwierigen Zeiten da ist oder auch der Hund, dem es egal ist, ob es stürmt oder schneit, wenn er Gassi gehen muss. Beim ein oder anderen taucht da auch der Job auf, für den man sich ins Zeug legt, was natürlich auch eine schöne Sache ist. Selbstverständlich werden auch viele materielle Dinge auftauchen wie Autos, ein Friseurbesuch oder die neueste Lidschatten-Pallette von Urban Decay. Wie gesagt, bei jedem zeigen sich hier ganz unterschiedliche Bilder. Aber vor allem beim Thema Geld lässt es sich oft und gerne darüber streiten, welche Prioritäten nun die richtigen sind. Der eine spart jeden Cent, den er verdient für später, der andere gibt ohne mit der Wimper zu zucken einen dreistelligen Betrag für ein paar Schuhe aus. Wieder andere geben den Großteil ihres Lohns für Essen im Gourmet Restaurant aus. Egal wie man es handhabt, Prioritäten sind einfach verschieden und man sollte niemanden für seine verurteilen, nur weil man selbst ganz anderer Meinung ist. Zumal sich auch die eigenen immer wieder verschieben.

 

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Als Kind war es nämlich ganz klar, wie ich mein erspartes Taschengeld auszugeben hatte – nämlich für Süßigkeiten und Fast Food. Gut, weniger für das Fast Food an sich sondern für die Spielsachen, die man zu so einem gutgelaunten Mahl geschenkt bekam. Als Teenager gab ich mein ganzes Geld für Kleidung und Styling aus. Zu der Zeit bestand die Welt auch nur aus meiner Clique und unseren Teenager-Dramen, wie es eben so ist mit 16. Mit Anfang zwanzig ging ein großer Teil meines Einkommens für Parties drauf. Wenn ich überlege, wie viel ich an einem durchfeierten Wochenende für Eintritte und Cocktails verschleudert habe, kommt erneute Katerstimmung auf. Aber war es das wert? Definitiv, ja. Auch wenn ich es heute nie wieder machen würde, war es durch den Spaß und die unvergesslichen Erinnerungen doch sehr gut angelegtes Geld.

 

„Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn’t do, than by the ones you did. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.“
Mark Twain

 

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Jetzt in meinen Mitt-Zwanzigern haben sich meine Prioritäten ganz klar auf’s Reisen verlegt. Warum auch nicht, denn genau jetzt, ist der richtige Zeitpunkt dafür. Ich habe keine Verpflichtungen außer den paar Zimmerpflanzen, die es mir vielleicht übelnehmen würden, wenn ich sie 3 Wochen lang im Stich lassen würde. Ein fertig eingerichtetes Nest, zu dem ich immer wieder gerne zurückkehre und einen Seelenverwandten, der diese Abenteuer mit mir erlebt. Und ein sicheres Einkommen, das aber leider nicht allzu hoch ist. Deshalb heißt es schon seit längerem: 3mal in der Woche auswärts essen ODER für die nächste Reise sparen. Mehrmals im Monat ins Kino ODER lieber ein Zugticket kaufen. Wieder mal Shoppen gehen ODER mir stattdessen ein paar Souvenirs aus dem Urlaub mitnehmen.

Vielleicht hört sich das gerade nicht gut an, aber das ist es. Ich muss mir nicht alles leisten können, um glücklich zu sein, ich muss darauf hinarbeiten. Ich muss für einige Dinge an etwas anderem sparen und auch das ist okay. Denn so vergisst man wenigstens nicht, dass es ein großes Privileg ist, sich überhaupt einen Urlaub leisten zu können. Es erfordert mehr Planung, um die besten Reiseschnäppchen zu finden, was ebenfalls Spaß machen kann. Und auch wenn manch einer sagen würde, dass man von einem neuen Auto, einer teuren Uhr oder anderen Konsumgütern viel mehr hat als von einer kleinen Reise in ein anderes Land, so ist es doch eines der wenigen Dinge im Leben, die dich danach reicher machen. An Eindrücken, an neuen Erkenntnissen und an neuen Erinnerungen, die dich ein Leben lang begleiten werden. Zu verstehen, wie unterschiedlich unsere Kulturen sind und andere Traditionen und Sitten kennenzulernen. Jede Reise bildet uns ein bisschen weiter und macht uns selbstbewusster.

Es sind eben Dinge, die weder Ablaufdatum haben noch kaputt gehen können. Es erscheint mir für mich selbst absurd, für eine Designerhandtasche zu sparen, wenn man sich um den selben Preis in ein Flugzeug setzen könnte, um ein neues Land kennenzulernen. Allerdings verstehe ich es, wenn andere es tun. Man sollte seine eigenen Richtlinien eben nie auf andere projizieren – die Hauptsache ist doch, dass man abends glücklich einschlafen kann. Da ist es doch völlig egal, was einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert, oder?

 

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„Travel. It leaves you speechless, then turns you into a storyteller.“
Ibn Battuta

 

Ob es tatsächlich für immer so bleibt, wird sich zeigen. Denn wenn man darüber nachdenkt, ist auch die absolute Freiheit dieser Lebensphase vergänglich. Irgendwann werden meine Prioritäten nicht mehr schöne Hotelzimmer sondern das eigene Haus sein. Nicht mehr der spontane Kurztrip sondern meine Kinder. Vielleicht kommt es auch ganz anders, wer weiß das schon. Das einzig wichtige daran muss nur eines sein: Wenn ich mich daran zurück erinnere und mich frage, ob es das denn Wert gewesen ist, dann wäre es schön, mit JA antworten zu können.

 

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„I haven’t been everywhere, but it’s on my list.“
Susan Sontag

 

 

(Credit: all photos by THE BOOKSHELF)

Travelguide: London

Kennt ihr das Phänomen, durch einen bestimmten Geruch oder Geschmack plötzlich an einen anderen Ort versetzt zu werden? Bei mir passiert das immer bei einer Tasse schwarzen Tee mit Milch. Immer, wenn mir das nussige Aroma in die Nase steigt und ich die warme Tasse mit dem trüben Inhalt in den Händen halte, bin ich gedanklich wieder in London. Es ist nicht mal ein bestimmter Ort, sondern ein Potpourri aus Szenarien, das mir dann durch den Kopf schießt. Das Gewusel in der Underground, die roten Busse am Picadilly Circus, die leichte Brise an der Themse, Dumblings essen in China Town. „Mind the Gap.“ Dreimal war ich nun schon in dieser tollen Stadt und habe noch lange nicht genug, denn eine Reise nach London fühlt sich immer an, als würde man einen sehr guten Freund endlich wiedersehen. Grund genug, um dieser Stadt den ersten Beitrag meiner Reise-Kategorie zu widmen!

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Die Stadt


Spätestens wenn man von einem der Flughäfen in die Stadt fährt, merkt man: London ist riesig. Es gibt so viele Stadtteile, die alle auf so unterschiedliche Weise großartig sind. Selbst wenn man, so wie ich, den typischen Touristen-Kram nicht macht, entdeckt man bei jedem Besuch wieder unzählige neue Plätze. Man könnte hier wohl einen ganzen Tag damit verbringen, irgendwo in der Schlange zu stehen: für eine Fahrt im London Eye, für den Eintritt in den Tower, für Tickets für den London Dungeon.. Wer sich nicht unbedingt vor den Kronjuwelen fotografieren möchte, erlebt bei einem Spaziergang entlang der Themse viel mehr! Oder man fährt nach Covent Garden, lauscht den Straßenmusikern, stöbert in den kleinen Läden rund um die große Markthalle und trinkt Cider im Freien.

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First Steps


Ich bin kein Freund von Billig-Flugunternehmen, aber wenn es nach London geht, dann meistens spontan. Deshalb kann ich bisher nur gutes über Ryanair berichten. Wer die Möglichkeit hat, von Linz oder Salzburg wegzufliegen, gelangt in angenehmer Flugzeit nach London Stansted. Aber Achtung beim Kleingedruckten, oft werden versteckte Zusatzkosten eingebaut, die man nur weg klicken muss.
Eine der günstigsten Varianten vom Flughafen in die Stadt zu kommen ist der Shuttledienst Easy Bus, der nur zu gewissen Zeiten abfährt und verrückterweise eine sehr begrenzte Anzahl von Passagieren mitnehmen kann. Empfehlenswerter und weitaus komfortabler ist da der National Express, der nur ein bisschen teurer, dafür umso unkomplizierter ist.
Man sollte es vermeiden, am Flughafen sein Geld in Pfund zu tauschen – der Wechselkurs wird dort immer als der günstigste angepriesen, ist aber meistens sehr schlecht. Besser ist es, mit seiner Kredit- oder Bankomatkarte in den Banken gleich Pfund abzuheben, so verliert man am wenigsten.

Budget


Eines ist klar und kein Geheimnis: London gehört zu den teuersten Städten Europas. Nicht unbedingt was das Shoppen angeht, aber bestimmt das Wohnen, Essen und U-Bahn-fahren. Bei meinem ersten Aufenthalt – damals noch Schülerin – habe ich so viel Zeit und Mühe darauf verwendet, möglichst günstige Alternativen für Mittag-und Abendessen zu finden, dass mir heute noch um die Zeit Leid ist. Auch das günstige 3-Sterne-Hotel in gar nicht so schlechter Lage entpuppte sich als Kämmerchen mit dürftigem Bett und Fenster, das sich nicht ganz schließen ließ (im Winter). Deshalb mein Tipp, auch wenn es blöd klingt: ein bisschen sparen und mehr für Verpflegung und Unterkunft einkalkulieren, damit der Urlaub wirklich perfekt wird.
Wirklich toll ist aber, dass die meisten Museen freien Eintritt bieten. Einen Besuch im British Museum, der National Gallery, dem Natural History Museum, der Tate Modern/Britain oder dem Victoria & Albert Museum sollte man daher auf jeden Fall einplanen!

Unterwegs


Auch von A nach B zu kommen ist nicht gerade preiswert. Wer das volle Programm inklusive aller Attraktionen durchziehen möchte, für den eignen sich die sogenannten Travel Cards mit vielen Vergünstigungen durchaus. Wem es hauptsächlich um die Fortbewegung geht, der besorgt sich am besten eine Oyster Card, die auch die meisten Londoner nutzen. Eine gute Übersicht über alle Angebote findet man HIER.

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Wohnen


Wie oben schon erwähnt, hatte ich auch bereits weniger gute Erfahrungen in Sachen Unterkunft. Es gibt sie wahrscheinlich wirklich irgendwo, die günstigen Hotels mit guter Lage, ohne muffigen Geruch, in denen man im Winter nicht fast erfriert – ich habe aber bislang noch keines gefunden. Mein zweiter Aufenthalt in der Stadt war ein viertägiger Pärchenurlaub zu viert, weshalb wir beschlossen, statt eines Hotels ein Airbnb Apartment zu beziehen. Wir hatten uns schnell für DIESES APARTMENT entschieden und es nicht bereut! Es war hell, geräumig, sehr sauber, nett eingerichtet und mit € 45,- pro Nacht und Person extrem günstig für London. In der kleinen Küche hat man alles, was man braucht, um sich Frühstück oder Lunchpakete selbst zu machen (ein riesiger Salisbury ist gleich um die Ecke). Die Besitzer nahmen sich sogar ein bisschen Zeit, um uns die Gegend zu erklären und die besten Pubs und Restaurants zu empfehlen. Einzig die Gegend war nicht so „absolutely upcoming and super cool“, wie uns der Host einreden wollte. Die Wohnung liegt direkt zwischen der Underground Station „Whitechapel“ und einigen zentralen Busstationen und

Der Blick aus dem Fenster unseres Zimmers im Motel One.

zur Tower Bridge könnte man sogar zu Fuß gehen – aber abends alleine in dieser Gegend spazieren zu gehen, würde ich mich nicht trauen. Am Samstag war es nachts durch Autolärm und Randale doch sehr laut und gleich am ersten Tag wurden wir von einer zwielichtigen Gestalt gefragt, ob wir ihm ein paar Drogen abkaufen wollen. Aber Hey, auch das könnte man unter Gastfreundlichkeit verbuchen und die Miete war wie gesagt ein Schnäppchen. Begeistert war ich allerdings von meinem letzten Aufenthalt im gerade-eröffneten Motel One, das in der Straße Minories 24-26 und damit gleich neben der Tower Bridge liegt. Den typisch-englischen Charme versprüht es zwar nicht, es wird dafür aber Wert auf hochwertiges Design und Funktionalität gelegt. Das Zimmer ist sehr klein aber wunderschön eingerichtet und mehr als ein gemütliches Bett und ein sauberes Bad mit Dusche braucht man nicht. Auch das Frühstück war sehr umfangreich und bot alles, was man sich wünschte. Ich erinnere mich so gern an die Morgen, als mein Freund und ich wunderbar ausgeruht am Fenster saßen und frühstückten, mit Blick auf die Pubs nebenan und unseren Tag planten. Der Preis ist kein Schnäppchen, wenn man die perfekte Lage und den guten Schlaf bedenkt, ist es das aber durchaus wert. Man zahlt umgerechnet rund € 130,- pro Nacht, weiß dafür aber genau, was man bekommt: gemütliches Ambiente, saubere Zimmer und ein Stück Unbeschwertheit.

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Essen


Pubs. Es geht nichts über einen kühlen Cider und hausgemachten Pie in einem gemütlichen Pub. Die erste Lektion, die ich gelernt habe: Will man einen Platz finden, sollte man die üblichen Essenszeiten meiden. Um 12 Uhr mittags und 18 Uhr abends sind die meisten Lokale nämlich brechend voll. Für einen gesunden Snack zwischendurch eignet sich Pret-a-Manger perfekt, die frische Salate, Wraps und Co. anbieten. Man findet an jeder Ecke eine Filiale, oft auch mit Sitzmöglichkeiten. Natürlich gibt es überall neIMG_9489tte Restaurants, die man jetzt alle einzeln nennen könnte (wie das Mary Janes in der Nähe der Tower Bridge oder das Poppies in Camden Town). Aber für mich geht nichts über einen Streifzug durch einen der vielen Streetfood Markets. Der Markt rund um Camden Lock (U Camden Town) verbindet Essen, Shopping, Flohmarkt und manchmal auch Musikfestival. Hier sind definitiv die coolen Kids beheimatet, was man auch an den angebotenen Gerichten merkt. Vegane Currys, Burger mit Shrimps und Roquefort und undefinierbare, vietnamesische Gerichte in Bechern serviert. Ich liebe diesen Ort. Am Borough Market (U Southwark) kann man jeden Mittwoch und Samstag ausgedehnt mittagessen. Man setzt sich mit einem Superfood-Wrap in einen der kleinen Gastgärten, kostet einen Limetten-Kiwi-Cider oder spaziert mit seinem Pie-To-Go weiter die Themse entlang. Ein toller Ort um seinen Sonntag zu verbringen ist natürlich auch die Gegend um die Brick Lane (U Aldgate East). An jeder Ecke duftet es hier köstlich nach Thai Curry, Pizza, Sausages oder Donuts. Wem die Auswahl zu schwer fällt, der kann sich auch erst mal durchkosten (wozu man von den Köchen fast schon gedrängt wird). Ich habe mich hier durch alle möglichen Länder gegessen, Vintage Boutiquen durchstöbert und mir einen Cashmere-Kimono bei einem jungen Designer aus Irland gekauft – das ist wohl, was man unter Diversity versteht. Die genauen Event-Termine und weitere Informationen findet man unter www.bricklanemarket.com.

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Must See


„Es war schön, Sie kennen zu lernen. Surreal, aber schön.“ Als ich Hugh Grant das erste Mal melancholisch durch die Straßen von Notting Hill wandern sah, vorbei an bunten Häuschen und versteckten Parks, wurde der gleichnamige Film zu einen meiner Lieblinge und der Stadtteil (U Notting Hill Gate) ein Fixpunkt bei jeder Reise. Auch wenn diese Gegend vor allem am Freitag und Samstag sehr überlaufen ist, sollte man den Floh- und Antiquitätenmarkt entlang der Portobello Road nicht verpassen. Zwei Dinge zahlen sich dabei auf jeden Fall aus: früh aufstehen und feilschen was das Zeug hält. Und nein, den kleinen Buchladen mit der blauen Tür, in dem Hugh Grant im Film arbeitet, gibt es in Wirklichkeit leider nicht. Hab ihn gesucht, war enttäuscht.

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Der beste Ort..

..für Fotos: Der Sky Garden (U Monument) bietet viel besseren Ausblick als das London Eye.
..für Fachliteratur und Bücher im Allgemeinen: Die Museumsshops in der Tate Modern.
..für Romantik: Abends über die Millennium Bridge zur St.Paul’s Cathedral schlendern.
..für Kindheitserinnerungen: Das Musical The Lion King im Lyceum Theater – Gänsehaut und Tränen in den Augen!
..für etwas Ruhe und Entspannung: Eichhörnchen füttern im St James’s Park (U Charing Cross oder Green Park)
..um in eine andere Welt zu tauchen: Ein Schaufensterbummel durch China Town (U Leicester Square oder Piccadilly Circus).

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Happy Place


Es mag viele einzigartige Plätze in London geben, aber der mit Abstand verrückteste Ort, den man ganz umsonst erleben kann liegt nur einige Schritte von der Einkaufsmeile Oxford Street entfernt. Der Spielzeugladen Hamleys in der Regent Street ist nicht schwer zu finden. Schon von weitem hört man lachende Kinder und sieht auch Erwachsene mit einem breiten Lächeln den Laden verlassen, vor dem auch schon mal ein spontanes Geburtstags-Ständchen inklusive Tanzeinlage gesungen wird. Hier Verkäufer zu sein, muss zu den besten Jobs der Welt zählen. Denn auf jeden der unzähligen Stockwerke des riesigen Gebäudes werden Zaubertricks vorgeführt, Gesichter bemalt, Autos an der Decke gefahren oder Modellflugzeug-Rennen ausgetragen. Mal regnet es Seifenblasen, mal duftet es nach Zuckerwatte und sehr oft fährt ein Spielzeug plötzlich Slalom durch deine Beine. Wem so ein Trubel zu viel ist, sollte besser in eine der ruhigeren, nicht minder charmanten Seitengassen abbiegen. Wer sich aber wieder mal wie ein Kind im Schlaraffenland fühlen und sich für eine kurze Zeit dem kompletten Wahnsinn hingeben möchte, der amüsiert sich hier bestimmt köstlich, auch ohne etwas zu kaufen.

Shopping


Beim Wort Shopping gehen den meisten wohl Namen wie Topshop, Primark und Victoria’s Secrets durch den Kopf. Und ja, ich gebe es zu, an der Oxford Street komme ich auch nur selten vorbei. Aber wer schon mal dort ist, sollte einen Abstecher in die benachbarte Regent Street machen, wo sich das Kaufhaus Liberty befindet. Schon allein das Gebäude im Tudor-Stil lässt mich jedes Mal einige Sekunden bewundernd davor stehen. Hier kann man ausgewählte Designer-Marken, Kosmetik und sehr schöne Mitbringsel erstehen. Danach biegt man am besten gleich ab und schlendert durch die bunte Carnaby Street, wo man Labels wie Eleven Paris und The Kooples findet, aber auch kleine Labels mit originellen Sortiment. Von Zeit zu Zeit finden auch Sample Sales bekannter britischer Marken statt, die man sich HIER schon mal vormerken kann.
Kein Insider-Tipp aber ein wahres Must-See ist das Kaufhaus Harrods (U Knightsbridge). Hier kaufe ich meistens meinen Vorrat an Tee ein, man kann aber auch Stunden in der umfangreichen Designer-Abteilung verbringen, oder sich im „Shoe Heaven“ im obersten Stockwerk verlieren. Sehenswert sind auch die Food Halls im Jugendstil auf den unteren Etagen – die sollte man aber besser nie hungrig besichtigen. Auch allerhand Kurioses ist hier zu finden, allen voran der „Innocent Victims“ Gedächtnisbrunnen, der dem verstorbenen Paar Lady Diana und Dodi Fayed – Sohn des Inhabers – gewidmet wurde.
Das Motto des Kaufhauses prangt auch heute noch auf dessen Fassade: Omnia, Omnibus, Ubique. Übersetzt heißt das „Alles, für jeden, überall.“ und trifft damit genauso gut auf die Stadt selbst zu.

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