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Tipps für ein grüneres Badezimmer – Teil 2

Manche Überlegungen ergeben sich Schritt für Schritt. Hat man beispielsweise alle Chemie aus seiner Kosmetik verbannt, beginnt man sich automatisch auch zu fragen, warum man trotzdem noch mit einer großen Menge davon putzt.

Sauber statt giftig

Als Putztyp Monika Geller fand ich es immer gut, wenn Reinigungsmittel beißend und intensiv rochen. Ich dachte, das wäre ein eindeutiges Zeichen dafür, dass alles schädliche vernichtet werden und mein Bad ein steriles Paradies wäre. Was diese Reiniger, Kalk- und Keimentferner allerdings mit der Umwelt anrichten, daran dachte ich leider nie. Sie stellen nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt eine enorme Belastung dar, sondern können auch unsere Haut und Atemwege stark reizen.  Und das war plötzlich alles andere als ein gutes Gefühl. Ich putze seitdem nur noch mit Essig, Seife und Backpulver.

  • Den Essig kann man günstig in Glasflaschen als Essigessenz kaufen und verdünnt ihn in der Sprühflasche einfach mit Wasser. Er beseitigt ebenfalls zuverlässig Keime und neutralisiert alle unangenehmen Gerüche in Bad und Toilette.
  • Backpulver mit ein wenig Essig aufgeschäumt reinigt genauso gut wie jede chemische Scheuermilch. In den Abfluss gekippt, kann es sogar Verstopfungen lösen. Einfach kochendes Wasser direkt nachgießen, sobald das leise Brausegeräusch aufhört.
  • Vor allem im Winter trinke ich oft ein Glas Zitronensaft mit Ingwer. Die ausgepressten Schalen eignen sich darüber hinaus perfekt zum Entfernen von Kalkflecken auf Duschkopf, Armaturen und Fugen. Auch die unappetitlichen Rückstände am Abfluss reinigt man mit der halben Zitrone ganz easy und kann sie danach wie gewohnt entsorgen. (Für empfindliche Marmorfliesen ist die Säure allerdings zu scharf!)
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Kreativ werden

Ich finde, Recycling sollte man nicht als Bürde sehen, sondern eher als Challenge, die Spaß machen kann und sogar die Kreativität fördert. Im Badezimmer werden leider besonders gerne Wegwerfprodukte verwendet, hat man es in Toilette und Spüle ja mit Keimen zu tun, denen man nicht auch noch einen Platz zum Vermehren bieten möchte. Warum also nicht gleich etwas zum Putzen verwenden, das sowieso weggeschmissen werden würde? Meine Toilette reinige ich beispielsweise mit zerknüllten Zeitungen, ebenso wie Fenster und Spiegel. Als Putztücher halten schon seit Jahren alte T-Shirts und sogar Omas 60er-Jahre Bettwäsche her. Denn auch wenn Mikrofasertücher eine grandiose Erfindung sind, können auch sie kleine Kunststofffasern und damit Mikroplastik ins Abwasser abgeben.

Ein Badezimmer-Fachmann hat mich vor kurzem außerdem aufgeklärt, dass der blitzblanke Effekt, den die Armaturen nach dem Abreiben bekommen, davon stammt, dass die Mikrofasertücher die oberste Metallschicht leicht abschmirgeln, was auf die Dauer also schädlich für die Oberfläche sein kann. Auf Nummer sicher geht man daher mit Baumwolltüchern. Ersatz für Wattepads kann man ebenso einfach aus alten T-Shirt oder Handtüchern nähen. Wäscht man all das regelmäßig mit 60 Grad kann keimtechnisch auch gar nichts passieren.

Weniger ist mehr

Das Putzschränkchen eines typischen Haushaltes lässt wohl jeden Minimalisten erschaudern – da tummeln sich für jeden einzelnen Putzanlass eigene Mittelchen. Dabei ginge es so viel einfacher:

Viele Öko-Reiniger kann man bereits in der Allzweck-Variante kaufen. Ich benutze seit einiger Zeit die Seifen von Dr.Bronner’s, die sogar für 18 verschiedene Einsatzgebiete geeignet wären. Zugegeben, die Zähne putze ich mir damit nicht, aber die hochkonzentrierten Flüssigseifen sind perfekt zum putzen, WC reinigen, Boden wischen, Wäsche waschen und sogar als Badezusatz. Und sie sind dabei 100% natürlich und ungiftig.

Plastikfallen vermeiden

Rechnet man kurz durch, wie viele Plastikschwämmchen und Einwegtücher man im Laufe des Jahres verbraucht, summiert sich das zu einem stattlichen Müllberg. Die gute Nachricht:
Jedes Putzzubehör ist bereits in der biologisch abbaubaren Variante erhältlich. Schwämme aus natürlichen Fasern, Bürsten aus Holz mit austauschbarem Kopf, Reinigungstücher aus Stoff oder Bambusfasern, und und und.

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