Buchtipps zum Thema Minimalismus

Einmal so richtig ausmisten, nicht mehr so viel kaufen, weniger besitzen. Wie so oft im Leben haben mich Bücher zum Umdenken gebracht. Natürlich ist es ein bisschen absurd sich fünf Bücher zu kaufen um seinem Ziel weniger zu kaufen näher zu kommen. Als würde man in der Konditorei überlegen, wie man weniger Süßes essen kann. Aber für mich waren folgende Ratgeber, Coffeetable Books und Geschichten eine riesige Inspiration und haben mich schlussendlich immer einen Schritt weiter gebracht. Motivationsschub in 3…2…1…

 

Minimalism

 

MAGIC CLEANING – MARIE KONDō

Die Bibel in Sachen Ausmisten ist wohl Magic Cleaning von Marie Kondō. Dort heißt es schon (sehr bescheiden) im Untertitel „Wie richtiges Aufräumen dein Leben verändert“. Ihr 2011 erschienenes Buch löste erstmals eine Welle von Neo-Minimalisten aus, die sich von vielem Besitz einfach trennten und dabei mal, wie der Titel schon sagt, so richtig aufräumten. Natürlich war es auch das erste Buch, das ich mir nach meinem Sinneswandel zum Thema Decluttering kaufte und was soll ich sagen – wow. Allen, die noch unentschlossen sind und einen sanften Einstieg in das Thema brauchen, würde ich eventuell zu einem anderen System raten. Denn die Strategien von Magic Cleaning sind zwar tatsächlich sehr wirksam, aber auch rigoros und sehr streng. Wer sein Hab und Gut aber per Komplettanalyse wirklich auf das Nötigste reduzieren will, ist mit den Tipps der Japanerin sehr gut beraten. Augen zu und durch!

 

EINFACH LEBEN – LINA JACHMANN

Weniger heißt für die Autorin Lina Jachmann gleichzeitig auch mehr: mehr Zeit, mehr Geld, mehr Freiheit und mehr Glück. Ihre Philosophie hat die gebürtige Hamburgerin in ein Ratgeber-Buch gepackt, das sich so schön liest wie ein Lifestyle Magazin. Aber nicht nur sie erzählt darin von ihren positiven Erfahrungen: In bebilderten Homestories und Interviews geben viele weitere Minimalismus-Fans praktische Tipps rund um die Themen Wohnen, Mode, Körper und Lifestyle. Joachim (67) beispielsweise besitzt nur 50 Dinge. Ich weiß nicht wie es euch geht aber es gibt Tage, da habe ich allein in meiner Handtasche mehr Zeug. Aber genau deshalb ich dieses handliche Buch auch so inspirierend. Es zeigt wie glücklich man mit solch extremen Entscheidungen sein kann, erzählt aber auch davon, wie man klein anfängt. Das schönste an dem Buch ist aber, dass es keine strikte Anleitung sein will, der man Schritt für Schritt folgen soll. Das Buch ist viel mehr Inspirationsquelle, um Neues zu testen und ein bisschen mehr „weniger“ in sein Leben zu lassen.

Unter den Hashtags #einfachleben und #minimalismusguide kann man die persönlichen Ansätze der Instagram-Gemeinde mitverfolgen.

Das Buch ist um € 25,70 (Ö) im Knesebeck-Verlag erschienen. www.knesebeck-verlag.de

 

L’art de la Simplicité – Dominique Loreau

Dieses Buch liest sich wunderbar und hält einige sehr gute neue Sichtweisen bereit: wie befreiend und einfach es sein kann, ein bisschen organisierter durch den Alltag zu gehen, die Unterschiede zwischen Qualität und Luxus oder wie schön es ist, seine Kosmetikprodukte auf ein paar wenige, natürliche Produkte zu reduzieren. Man möchte am liebsten gleich nach jedem Kapitel alles umkrempeln. Einen Minuspunkt hat das Buch allerdings, nämlich das Kapitel „Schönheit“. Das geht wie ich finde, einen komplett falschen Weg. Hier erklärt die Autorin nämlich ziemlich genau, warum schön gleich gesund ist und das finde ich bedenklich. Gut, zu schreiben, dass Übergewicht ungesünder ist als ein schlanker Körper hat medizinisch gesehen seine Richtigkeit. Aber man sollte aufhören, körperlichen Unperfektheiten mit Krankheit und mangelnder Hygiene zu assoziieren. Ein bisschen mehr Fleisch am Körper bedeutet nicht, dass man sich unmöglich ungesund ernährt und keinen Sport treibt. Gelbe Zähne oder Pickel machen uns nicht gleich zu schlechteren, hässlicheren Menschen und oft kann man genau gar nichts dagegen tun. Dieses Kapitel ist also ein wenig zu drastisch und bekommt einen Daumen nach unten. Ansonsten hält das Buch aber viele sehr motivierende Vorschläge für den Alltag bereit.

Die englische Version ist erst kürzlich bei Trapeze erschienen.

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NATURALISTA – XOCHI BALFOUR

Das Besondere an diesem Buch ist eigentlich die Geschichte der Autorin. Xochi Balfour arbeitete nach ihrem Abschluss in Oxford zunächst als freie Journalistin und zog mit ihrem Ehemann Ben 2011 einen gemeinnützigen Imbisswagen auf. Völlig ausgelaugt und erschöpft stellt sie nach einem Jahr fest, dass ihr Leben so nicht weitergehen kann und schrieb sich für das Studium der naturheilkundlichen Ernährungswissenschaften ein. Sie startet einen Blog, The Naturalista, auf dem sie ihren Weg zu einem gesunden und ausgeglichenen Leben beschreibt. Das Ziel ihres Blogs und natürlich auch des Buchs ist es, mehr Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren, mit wenigen (gluten- und laktosefreien) Lebensmitteln, tolles zu kochen und dankbarer für sein Leben zu sein. So lernt man, Produkte und ihren einzigartigen Geschmack mehr zu schätzen, regional und saisonal zu kaufen und sich mit ein bisschen weniger zufrieden zu geben. Ich zum Beispiel hatte völlig vergessen, wie gerne ich früher mit meiner Oma gekochte Kartoffeln mit Butter und ein wenig Salz gegessen habe. Durch dieses Buch habe ich mich daran erinnert und es wieder mal probiert – und es war wundervoll! Neben sehr schön illustrierten Lifestyle-Tipps gibt es vor allem viele einfache Kochrezepte und Tricks, wie man Reste effektiv verwerten kann, wie zum Beispiel eine Papaya-Kiwi-Gesichts-Maske.

Das Buch ist um €25,70 (Ö) im Knesebeck-Verlag erschienen. www.knesebeck-verlag.de

THE HAPPINESS PROJECT – GRETCHEN RUBIN

Dieses Buch war, glaube ich, das erste Buch, das ich zum Thema Achtsamkeit las. Darin nimmt sich die Autorin – Journalistin und Mutter – ein ganzes Jahr Zeit, um ein ziemlich hochgestecktes Ziel zu erreichen: glücklich sein, das schwierigste Ziel überhaupt. Obwohl Gretchen weder depressiv ist noch sehr unglücklich in ihrem Leben, fand sie doch, dass sie in ihrer momentanen Situation viel mehr empfinden sollte. Vor allem mehr Dankbarkeit. Aber kann man Glück eigentlich erzwingen? Und ist Dankbarkeit nicht einfach nur geheuchelt, sobald man sich vornimmt, mit Muss dankbarer zu sein? Tja, diese Fragen klären sich im Laufe des Jahres und einen nicht kleinen Anteil daran hat – ihr werdet es bestimmt erraten – das Aufräumen und Entrümpeln. Deshalb hat es dieses kleine Buch auch in diese Liste geschafft.

Zu diesem sehr witzig geschriebenen Buch gibt es übrigens auch einen Kalender, der mit verschiedenen Challenges helfen soll, ebenfalls bewusster und glücklicher auf sein Leben zu blicken. Die englischen Versionen sind bei International Edition erschienen.

 

 

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