Winterlicher Kurztrip: Stockholm für kleines Budget

Stockholm ist eine Stadt, von der ich schon immer wusste, dass ich sie lieben würde – ohne schon einmal dort gewesen zu sein. Die Mentalität, die Architektur, das Design, alles scheint so sympathisch und ansprechend. Und als ich dann genau vor einem Jahr endlich dort war, wurde ich nicht enttäuscht. Stockholm ist mir ans Herz gewachsen. Und das obwohl ich gerade einmal reingeschnuppert habe in diese vielfältige Stadt, die in jeder Jahreszeit so viel zu bieten hat.

So ganz nebenbei war dieser spontane Kurztrip auch die günstigste Städtereise aller Zeiten. Denn vor allem zum Jahresbeginn gibt es unglaublich günstige Angebote. Klar, denn zu dieser Zeit ist es leider auch bitterkalt. Bei durchschnittlich – 13 Grad musste man sich schon regelmäßig  aufwärmen um den Sightseeing-Tag zu überstehen. Was bei der Fülle an netten Cafés, tollen Shops und heimeligen Restaurants aber keine große Überwindung war. Auf Plattformen wie Urlaubsguru oder Urlaubshamster werden immer wieder Pauschalangebote für einen 3-Tages-Kurztrip angeboten und das bereits ab 198 €. In so kurzer Zeit bekommt man natürlich nur einen begrenzten Überblick über die Stadt und man muss sich bereits im Vorhinein überlegen, was man wann unternimmt. Deshalb gibt es hier ein paar Tipps, die ich für den frostigen Kurzurlaub nur wärmstens empfehlen kann:

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Tipp 1 – die beste Aussicht

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Außen Bäh, innen Bäh, aber die Aussicht ist atemberaubend! Der Turm Kaknästornet ist eigentlich ein Fernsehturm und liegt im Stadtteil Djursgarden (wo auch die meisten Museen zu finden sind). Schreckliche Architektur, die zurecht ein bisschen außerhalb der schönen Stadt liegt – die Busfahrt (mit der Nummer 69, Richtung Kaknästornet, dessen Route sich übrigens super für’s Sightseeing eignet) dorthin ist allerdings wunderschön, vor allem im verschneiten Winter. Man fährt gemächlich an pittoresken Bauten und den wichtigsten Museen vorbei, um dann verschneite Wäldchen und weite Wiesen zu passieren. Man sieht Pferde, die durch den glitzernden Schnee stapfen, Familien, die sich einen freien Vormittag gönnen um mit dem Hund die frische Luft zu genießen. Es war wunderbar.

Beim Turm angekommen, kann man dann gegen ein paar Euro Aufpreis 155m nach oben fahren. Trotz Windstille und Sonne war die Luft dort beißend kalt aber durch den Ausblick gefesselt, schafft man es eine Zeit zu verweilen. Stockholm verschneit, die Häfen zugefroren und spiegelglatt – das ist den kleinen Ausflug definitiv wert.

Tipp 2 – die Altstadt erkunden

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Gamla Stan nennt sich die Altstadt Stockholms, die eigentlich eine kleine Halbinsel eingebettet in den vielen Stadtteilen ist. Sie ist genau so, wie ich mir die Stadt von Anfang an vorgestellt habe: Schöne alte Häuschen, verschlungene Gassen, kleine Lokale und romantische Ecken. Leider gibt es gerade hier viele Touristenfallen, die kitschige Souvenirs anbieten. An denen sollte man einfach vorbeigehen und dafür in eines der vielen lauschigen Lokale einkehren. Auch ein „Fika“, eine kurze Kaffeepause mit Plundergebäck, ist immer eine Überlegung wert, zumal es sowieso an jeder Ecke nach heißem Kakao und Zimtschnecken duftet. Ein ausgiebiger aber zielloser Streifzug ist wirklich empfehlenswert. In der ersten Januar-Woche schimmern die Gassen auch noch weihnachtlich beleuchtet und vor vielen Häusern lodern wärmende Feuerstellen.

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Tipp 3 – eine Bootstour machen

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Wer eine Tages- bzw. 3-Tages-Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt besitzt, sollte auch die Fähre nutzen. Bei Minusgraden ist die schneidende Meeresluft schon eine Härteprüfung. Der Abendhimmel, der in allen Pastellnuancen leuchtet, ist das Zittern aber wert. Mit der „Djurgårdsfärjan“ von Slussen nach Djurgården  bekommt man einen tollen Ausblick auf die Altstadt, die kleine Insel Skeppsholmen und den  Vergnügungspark Gröna Lund, der im Winter geschlossen, aber trotzdem eine Augenweide ist. Wie gut kann ich mir hier lange Sommernächte mit Eiscreme, Zuckerwatte und Achterbahnfahrten vorstellen.

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Tipp 4 – ins Museum gehen

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Für ihre überschaubare Größe besitzt die Stadt eine erstaunliche Fülle an Museen. Egal ob für zeitgenössische Fotografie (angeblich sehr empfehlenswert!), Tanz, Spirituosen und natürlich das ABBA Museum. Einen ganzen Vormittag habe ich aber im Nordiska Museet, dem Nordischen Museum verbracht. Ein wunderschönes Gebäude. Es zeigt Kunstwerke, Möbel, Mode und eigentlich alles rund um die skandinavische Kultur. Besonders schön: Es erklärt Bräuche und Traditionen, von denen einige sehr interessant und manche äußerst skurril sind. Auf jeden Fall viel Zeit dafür nehmen!

Tipp 5 – Der beste Burger

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Ich scheue mich nicht davor mich einen Experten zu nennen, wenn es ums Thema Burger geht. In jedem Urlaub, und sei er auch noch so kurz, steht ein Besuch im best-bewerteten Burgerlokal der Stadt am Plan. Und auf Platz Nummer eins rangiert bis heute Flippin‘ Burgers. Das kleine Lokal ist gut besucht aber sogar die 20 Minuten Schlangestehen hat sich gelohnt, also lasst euch nicht davon abschrecken. Alle Zutaten sind regional und werden mit ganz viel Liebe zubereitet. Das merkt man spätestens wenn man den Burger bekommt. Unser Flippin‘ kam nach ca. 25 Minuten – Hier lässt man sich nicht hetzen, ein Kunstwerk braucht eben seine Zeit. Mit andächtiger Miene brachte uns einer der Ladenbesitzer (gleichzeitig einer der Hipster-mäßigsten Hipster die ich je sah) persönlich zwei mit Papier ausgelegte Körbchen, serviert mit solcher Ehrfurcht als hätte er uns eben den heiligen Grahl überreicht. Und dem kam auch der erste Bissen in dieses göttliche Brötchen gleich, das wohlgemerkt nicht zu trocken, nicht zu viel und nicht zu wenig war.  Und wenn man schon mal dort ist, sollte man dazu auch gleich die mit Cheddar-Soße übergossenen Fritten probieren.

Tipp 6 – das Hotel

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Wenn man realistisch ist, durfte man für diesen kleinen Preis keine Luxussuite erwarten. Allerdings wurde ich in diesem Fall positiv überrascht. Das Connect Hotel ist modern, sauber und liegt in einer guten Gegend nicht weit entfernt von der U-Bahn-Station. Unser Zimmer war anfangs allerdings eine kleine Überraschung. Insofern, dass ich mir beim ersten Schritt zur Tür herein gleich mal das Schienbein anstieß – am Bett. Das war zwar nicht großzügig bemessen, füllte aber trotzdem fast den ganzen Raum aus. Was anfangs ganz gut von der Tatsache ablenkte, dass es kein einziges Fenster gab. Aber was jetzt nach einem Horrortrip klingt, entpuppte sich als einer der lustigsten Hotelaufenthalte, den ich jemals hatte. Denn nach einem Tag in der – 13 Grad kalten Stadt sind eine heiße Dusche, ein warmes Bett und ein mitgebrachter Becher heißer Schokolade eigentlich alles was man zum Glücklichsein braucht.

 

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