Mehr als nur ein Kochbuch: zwei Favoriten für’s heimische Bücherregal

Kochbücher gibt es viele. Vielleicht sogar zu viele, denn wenn man ehrlich ist, gleichen sie sich doch alle in gewisser Weise. Man kauft sie, voller Motivation endlich wieder mehr selbst zu kochen, pickt sich ein-zwei Rezepte heraus (meistens die, die sich mit dem geringsten Aufwand nachkochen lassen) und stellt sie dann zurück ins Regal, wo sie dann zusehends verstauben. Nun sind mir zwei in die Hände gefallen, die sich schon seit mehreren Monaten als nützliche Begleiter durch den Alltag erweisen. Sie sind nämlich viel mehr als nur Kochbücher und finden heute ihren verdienten Platz im Rampenlicht – viel Spaß!

 

CITY PICKNICK

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Das Buch von Autorin Julia Kutas ist erst Anfang dieses Jahres erschienen und zählt schon zu meinen liebsten Kochlektüren. Augenblick, wie war der Name? Genau, Julia Kutas wird allen Feinschmeckern im schönen Wien bekannt vorkommen, denn dort hat die Kunsthistorikerin mit ungarischen Wurzeln vor einigen Jahren die HIDDEN KITCHEN eröffnet. Das beste dort (neben der göttlichen Schoko-Olivenöl Tarte) sind die Picknick Körbe, die man sich auf Bestellung liebevoll packen lassen kann. Und da wären wir auch schon beim Hauptthema ihres Kochbuchs: gutes Essen zum Mitnehmen. Clever gepackte Lunchboxen, schön abgestimmte, kleine Menüs, die man am eigenen Balkon vernaschen kann oder das richtig große Picknick im Park mit Freunden – schon beim Durchblättern verspürt man Tatendrang! Dazu gibt es auch gleich passende Checklisten, Vorbereitungstipps und sehr nett illustrierte Step-by-Step Anleitungen.

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Ich mag das Buch natürlich nicht nur deswegen, denn diese Dinge machen es noch lange nicht einzigartig. Ich mag es, weil es von schönen Erlebnissen erzählt, von kleinen Freuden und wie gut es ist, die kleinen Dinge ganz groß zu zelebrieren. Wie einen bunten Salat, den man sich am Vortag mit viel Sorgfalt vorbereitet hat und in der Mittagspause im Grünen verspeist. Oder völlig dekadente Mandel-Nougat-Croissants als köstliches Sonntags-Frühstück im Bett zu genießen. Es ist noch dazu voll von wunderschönen Bildern und Illustrationen, die einfallsreiche Serviervorschläge gleich mitliefern.

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Meine erprobten Favoriten aus dem Buch, die köstlichen Mini-Limetten-Cheescakes zum Nachkochen:

Zutaten für 20 Mini-Cheesecakes:

500g Frischkäse / 70 g Zucker / 200 ml Sahne / 2 Eier / 2 TL Limettensaft / 1 Packung Vanille-Puddingpulver / 5 EL Zitronen-Orangen-Sirup zum Bestreichen (selbstgemacht aus dem Buch oder mit selbstgekauftem Zitronensirup, was ebenfalls gut schmeckt)

Alle Zutaten gut miteinander verquirlen und in kleine Papierförmchen in ein Muffinblech füllen. Ca. 45 Minuten bei 170°C im vorgeheizten Ofen backen, bis ein Zahnstocher herausgezogen werden kann, ohne dass Kuchenreste anhaften. Kurz abkühlen lassen und mit dem Sirup bepinseln. Mit Minze und/oder Puderzucker dekorieren.

 

 

Hemsley + Hemsley

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Eigentlich bin ich kein Freund von all diesen kurzlebigen Food Trends wie Detoxing, Kohl-Smoothies oder Paleo-Diäten. Ich glaube auch nicht, dass Laktose oder Getreideprodukte das Böse sind. Für einen riesigen Teller Pasta mit Käsesoße würde ich an manchen Abenden alles tun. Aber für gesunde und vor allem abwechslungsreiche Ernährung bin ich immer zu haben. Deshalb habe ich es gewagt und mir das Buch „Natürlich gut essen“ der Schwestern Melissa und Jasmine Hemsley gekauft – auch weil ich wissen wollte, was hinter dem Hype um Hemsley + Hemsley steckt. Es ist tatsächlich nicht nur ein Buch voller gesunder Rezepte, sondern ein ganzes Lifestyle-Konzept. Auf Industriezucker, Weizen und Produkte die Gluten enthalten wird gänzlich verzichtet. Nudeln oder Brownies werden durch Alternativen aus Gemüse, Nüssen und rohem Kakao ersetzt. Basis für viele Gerichte sind daher sogenanntes Pseudogetreide wie Buchweizen, Amarant oder Quinoa, Bio-Gemüse und Obst und auch eine sehr lange gekochte Brühe aus Knochen, wie ich sie noch von meiner Oma kenne. Es ist also nichts für Vegetarier oder Veganer. Bisweilen habe ich noch nichts erzählt, was dieses Buch verlockend machen könnte, oder? Tatsächlich ist es die Art, wie die beiden sympathischen Schwestern ihr Konzept rüberbringen, die einen mitreißt.

Das Buch startet nicht sofort mit den Rezepten, sondern erklärt kurz und einleuchtend, warum gewisse Lebensmittel gut für uns sind, und manche weniger. Es gibt Tipps, wie man mit kleinen Veränderungen des Lebensstils bereits viel bewirken kann, 12 goldene Regeln, wie man mit Lebensmitteln richtig umgeht und liefert auch noch sehr viel Wissenswertes rund um die Zutaten mit denen gekocht wird. Es ist also lehrreicher Inhalt, kurz und interessant aufbereitet, sodass man direkt Lust bekommt zu starten.
Ehrlicherweise muss man zugeben: ein teurer Spaß, der schon etwas mehr Aufwand erfordert als die oben erwähnte Schüssel voll Käsepasta. Manche Zutaten sind sehr exotisch, man bekommt sie meistens nur im Reformhaus und die hochwertigsten Varianten sind wirklich teuer. Doch hier kommt das große ABER: anstatt dieses Ernährungskonzept als das einzig wahre zu verkaufen, das man bedingungslos durchziehen muss (was ja so viele Diäten unsympathisch macht), propagieren die beiden in ihren Büchern eine „Besser als“-Philosophie. Wenn es der Tagesablauf mal nicht zulässt, warum sich stressen? Auch kleine, positive Veränderungen haben einen Effekt. Man muss also nicht gleich von 0 auf 100 starten. Wenn es die Bio-Alternative nicht gibt, tun es auch tiefgekühlte Varianten. Wem Kokosöl zu teuer ist, der greift einfach auf Butter zurück, anstatt künstliche Fette wie Margarine zu verwenden.

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Ich habe mir diese Regel daher zu Herzen genommen und koche in regelmäßigen Abständen Rezepte aus dem Buch, die wirklich köstlich sind. Ich habe meine Ernährung nicht komplett darauf abgestimmt, weil es mir bis jetzt noch zu umständlich erscheint und ich auf manches einfach nicht verzichten möchte. Hat man einige der teureren Zutaten mal gekauft, kann man sie auch sehr lange verwenden, das zahlt sich vor allem bei den Zutaten für die verschiedenen Frühstücks-Vorschläge aus (Chia-Samen, getrocknete Gojibeeren, Acaipulver, echter Kakao oder hochwertiges Kokosöl). Ich muss allerdings zugeben, nach einem dieser zucker- und glutenfreien Menüs fühlt man sich tatsächlich gesättigt,  federleicht und richtig wohl. So wie bei meinem Lieblingsrezept aus dem Buch, das zwar nie eine echte Pizza ersetzen wird, aber trotzdem wirklich köstlich schmeckt:

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Flower Power Pizza mit Blumenkohlboden:

Zutaten für 1 Pizza:

140 g Blumenkohl (ca. 1/4 Blumenkohl mit Strunk) / 1 Eiweiß / 50 g gemahlene Mandeln / 40 g Buchweizenmehl / 1/2 TL Meersalz & schwarzer Pfeffer / 1/2 TL Natron / Belag nach Wahl

Backofen auf 190°C Umluft vorheizen. Backpapier leicht mit Butter einfetten. Den Blumenkohl in Reiskorngroße Stücke zerkleinern. Alle Zutaten in einer Schüssel gut verrühren bis ein klebriger Teig entstanden ist. Teil mit einem Löffelrücken auf dem Backblech  zu einem Kreis von 30 cm Durchmesser verstreichen. Im Ofen etwa 20 Minuten backen, für ein gleichmäßiges Ergebnis nach 15 Min. wenden. Mit Zutaten nach Wahl belegen, fertig! Der Pizzaboden lässt sich übrigens auch hervorragend einfrieren und wieder auftauen.

Kürzlich ist bereits der zweite Teil „Einfach gut essen – jeden Tag“ erschienen. Neben weiteren wirklich guten Rezepten gibt es diesmal viele Ideen zu schnellen und gesunden Snacks, was ich sehr praktisch finde. Außerdem beinhaltet das Buch auch einen „Reboot-Plan“ für eine oder zwei Wochen, mit Einkaufslisten und komplettem Menüplan.

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Credits:

„City Picknick“ von Julia Kutas (160 Seiten) im um € 25,- im Brandstätter Verlag erschienen.

„Hemsley + Hemsley Natürlich gut essen“ (320 Seiten) und „Einfach gut essen – Jeden Tag“ (320 Seiten) sind beide um € 24,95 bei Edel Books erschienen.

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