Slow Fashion aus Graz: 5 Fragen an Johanna Hauck

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? In der steirischen Hauptstadt Graz – also quasi in meiner Nachbarschaft – leistet JOHANNA HAUCK ihren Beitrag zur Weltverbesserung: mit ihrer Bio-Mode begeistert sie ein immer breiter werdendes Publikum und räumt noch dazu mit gängigen Öko-Klischees auf. In Handarbeit oder sogar auf Bestellung kreiert sie tragbare Kleidung, in der man sich rundum wohlfühlt und erfüllt dabei die höchsten Qualitätsstandards. Klar, dass man bei ihr keine T-Shirts um 5€ findet. Dafür aber maßgeschneiderte Unikate, tolle Unisex-Teile (die man sich sogar mit dem Partner teilen könnte) und großartige Basics, die nicht nach dem zweiten Mal waschen komplett aus der Fasson geraten. Aber genug der Einleitung, lassen wir die Designerin des Slow Fashion Labels selbst über ihr Herzensprojekt reden – 5 kurze Fragen, 5 sehr sympathische Antworten:

JH6
Erzähl‘ mal ein bisschen von dir – wann hast du denn beschlossen, ein eigenes Modelabel zu gründen? Ist ja ein ganz schön großer Schritt!

Vor ca. 3 Jahren habe ich beschlossen, ein eigenes Modelabel zu gründen, den Traum davon hatte ich schon immer. Davor habe ich schon einige Erfahrungen im Modebereich gemacht, bzw. einige Jahre für andere Designer gearbeitet. Die Modebranche habe ich als sehr stressig empfunden, das wollte ich nicht. Daher habe ich dann meinen eigenen Plan entwickelt, mein Label sollte Slow Fashion sein, kleine Kollektionen, Produktion klein halten und auf Bestellung. Sowie das wichtigste für mich: Gute Materialien, moderne, gut passende Schnitte und faire, regionale Produktion. Das war dann der Startschuss zur Entwicklung meiner eigener Modelinie, es hat dann noch ein Jahr gedauert, bis ich dann vor 2 Jahren meine erste Kollektion auf den Markt gebracht habe.

Du hast dich mit deinem Label nach eigenen Aussagen Bio-Mode fernab jeglicher Öko-Klischees verschrieben. Was wären für dich denn typische Öko-Klischees?
Ökomode war für mich verschrien als Mode, die zwar gute Materialien verwendet, aber sehr alternativ daherkommt, also nichts mit modernem Modedesign zu tun hat. Öko/Bio ist ja mittlerweile im Trend, das hat sich aber erst die letzten Jahre dahin entwickelt – darüber freue ich mich sehr und hoffe mit meinem Label auch einen Beitrag dazu zu leisten.
Du arbeitest mit hochwertigen Materialien wie Merinowolle oder auch Bio-Baumwolle. Wie schwierig war es, Lieferanten bzw. Produzenten zu finden, die diesen Ansprüchen genügten? Wo hast du da mit deiner Recherche angefangen? Und wie transparent gestaltet sich das?
Die Materialsuche ist jedes Mal wieder eine Herausforderung. Es gibt zwar immer mehr Produzenten und Lieferanten, ist aber immer noch überschaubar. Daher ist die Auswahl nicht so groß – Qualität und Preis muss eben auch stimmen. Am Anfang war ich viel auf Stoffmessen, das mache ich jetzt kaum noch, da man immer die gleich Firmen trifft, die wirklich Bio sind. Ich habe daher bereits meine Firmen, bei denen ich dann direkt ordere. Natürlich bin ich immer wieder am Suchen, nach neuen Produzenten/Lieferanten und halte immer die Augen offen. Die Firmen bei denen ich im Moment meine Stoffe beziehe, sind alle sehr transparent. Leider kann man einem nur „Bio“ nicht mehr trauen, es müssen schon Nachweise über Material und Produktionsweise angegeben sein, da muss auch die Zertifizierungsart überprüft werden.
Wie sieht denn dein persönlicher Kleidungsstil aus? Lebst du den Traum von uns allen und machst du dir all deine Klamotten einfach selbst?
Es ist immer schwer den eigenen Stil zu beschreiben, ich würde sagen: bequem, schick, gutes Material und Schnitt. Gut kombinierbar, weniger ist mehr! Meine Lieblingsstücke habe ich oft jahrelang, dank der Qualität. Ich würde mir am liebsten natürlich alles selbst machen, wenn ich die Zeit und Geduld hätte. Ich mache mir natürlich schon öfters was selbst, das ist natürlich sehr praktisch, wenn ich das Material bekomme und die Zeit dazu habe. Das kommt aber leider immer als letztes dran und muss lange auf die Umsetzung warten.
Wie siehst du die österreichische Mode- und Modedesignszene – auch im Bezug auf Nachhaltigkeit und Fairness? Tolles Angebot oder eher ausbaufähig?
Ich glaube, da sind wir auf einem sehr guten Weg. Es gibt immer mehr Designer denen das wichtig ist, da auch die Kunden immer mehr Wert auf gute regionale Qualität legen.
Es könnte natürlich immer noch mehr sein, aber ich weiß selbst, wie viel Arbeit dahinter steckt. Daher: umso mehr Leute regional und fair einkaufen, umso mehr wird es in dem Bereich geben.
Zu kaufen gibt es die Mode von JOHANNA HAUCK auf ihrer eigenen Homepage, online unter 1ofa100 oder im neuen Wiener Concept Store TRENDZEIT.
(Credits: Johanna Hauck)

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