High (Fair) Fashion von Philomena Zanetti

Einfach leben, sparsam mit unseren Ressourcen umgehen und vor allem kein unnötiger Schnickschnack. Ein nachhaltiger Lebensstil bedeutet auch immer Rückbesinnung auf das Ursprüngliche. Wenn es nach der Designerin des deutschen Labels Philomena Zanetti geht, fängt ein respektvoller Umgang mit unserer Umwelt bereits mit der richtigen Erziehung an. Ein Modelabel zu gründen, das allen Ansprüchen eines solchen Lifestyles entspricht, war eigentlich nie geplant. Um sicher zu gehen, dass für ihre Kleidung weder Mensch noch Tier leiden mussten, begann Julia Leifert einfach, sich selbst als Schneiderin zu versuchen. Der Funken sprang über und die Idee zum eigenen Label war geboren. Die minimalistischen Entwürfe werden allesamt aus GOTS-zertifizierten Stoffen gemacht (einem der strengsten Gütesiegel) und beweisen einmal mehr, dass Mode und Nachhaltigkeit sich auch im High Fahion-Bereich nicht ausschließen müssen.

Im Kurzinterview erzählt Julia von Neo Hippies, den Schwierigkeiten mit der Transparenz und woher dieser ungewöhnliche Labelname überhaupt herkommt. Und die Antwort darauf hat mein Herz gleicht noch mehr für ihre Mode erwärmt.

 

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Der Name deines Labels ist doch recht eingängig. Woher kommt Philomena Zanetti?
Der Name stammt von meiner Ururgroßmutter. Sie lebte um die Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts und stammte aus Südtirol. Der Name steht für Entschleunigung, Rückbesinnung und Erdung. Er hat mich mein Leben lang schon begleitet und inspiriert. In meiner Familie gibt es viele starke Frauen. Gleichzeitig soll er daran erinnern, wer ich bin, wo meine Wurzeln sind. Meine Familie ist ein wichtiger Teil meines Lebens und gibt mir Halt.
Wie gehst du mit dem Thema Transparenz bei der Produktion um? Ich kann mir vorstellen, dass das keine einfache Angelegenheit ist.

Transparenz ist sehr wichtig. Ich möchte versuchen, der Kundin so viel Einblick wie möglich zu gewähren, sie für die einzelnen Komponenten zu begeistern und trotzdem die noch vorhandenen Probleme und Schwierigkeiten nicht zu verheimlichen. Nur so kann ein Bewusstsein entwickelt werden und neue Möglichkeiten entstehen. Ich möchte zeigen, wer hinter der Marke steht, was alles notwendig ist, um ein solches Label aufzubauen und auch zeigen, dass es nicht immer einfach ist, nicht im Rahmen der bisherigen Konventionen zu arbeiten.

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Ganz ehrlich: wie schwierig ist es im Moment, sich als Fair-Fashion-Label zu etablieren?
Nachhaltige Mode hat vielerorts noch ein enormes Imageproblem. Sei es bezüglich des vermeintlich erhöhten Preises, des Modegrades, der Alltagstauglichkeit oder der Einstufung als „Neo Hippie“, wenn man ein solches Label trägt. Eine Selbstverständlichkeit des Biokonsums oder sogar eine Art Trend, wie sie beispielsweise das Clean Eating in der Lebensmittelindustrie erfahren hat, ist bisher noch nicht eingetreten.
Lebst du diese Philosophie schon immer bzw. wann und wie kam das Umdenken?

Ich war schon immer sehr umweltbewusst und wurde zu einem respektvollen Umgang mit Tieren, Natur und Umwelt erzogen. Ich habe meine Kindheit viel draußen in der Natur verbracht. Gesundes essen, Vermeidung unnötigen Mülls, oder Verschwendung von Ressourcen und der bewusste Umgang mit Konsum waren schon immer Themen in meiner Familie. Und wurde für mich im Laufe meines Lebens immer wichtiger. Ich interessiere mich für die verschiedensten Dinge, finde es spannend neues zu lernen und hinterfrage viel. Darüber hinaus lebe ich seit 2005 vegetarisch, seit mehr als 2 Jahren vegan.

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(Credits: Philomena Zanetti)

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