Ausmisten leichtgemacht: der CLEAN-CLOSET-Guide Teil 1

Ein neues Jahr bringt immer auch den Wunsch nach Veränderung mit sich. Aber was, wenn schon alle Haarfarben ausprobiert und alle Möbel bereits neu arrangiert sind? Dann ist die nächste logische Maßnahme meistens der Kleiderschrank. Mich packt mindestens alle zwei Monate die Ausmist-Wut. Dann stehe ich vor meinem überfüllten Schrank, gehe halbherzig durch alte T-Shirts und kaum getragene Kleider, immer mit dem allseits bekannten „zu besonderen Anlässen ziehe ich das bestimmt mal an“ im Kopf.  Das Resultat ist dann meistens nicht mehr als ein einziges Teil das in den Altkleidercontainer wandert und ich bleibe wieder auf meinem riesigen Haufen voll Ich-hab-nichts-anzuziehen sitzen. Unbefriedigend.

Aber nicht so dieses Jahr. Denn diesmal habe ich es geschafft, ganze zwei Säcke Kleidung und Accessoires auszumustern und das ohne mit der Wimper zu zucken. Denn eigentlich ist Ausmisten auch nur eine Art von Projekt, das ein bisschen Planung davor benötigt. Mit ein paar Tricks kann man die belastende Fülle an kaum-getragener Kleidung in eine perfekte, zeitlos schöne Garderobe verwandeln:

 

den persönlichen Stil definieren

Wir starten dieses Projekt mit einer Meditation. Nein, das war ein kleiner Scherz. Aber ihr solltet als ersten Schritt darüber nachdenken, ob die Kleidung, die in eurem Schrank hängt das widerspiegelt was ihr wirklich seid oder eher das, was ihr gerne wärt. Ein Beispiel: Seit Jahren besitze ich ein Paar Overknee-Strümpfe weil die an so vielen Bloggern toll aussehen. Aber irgendwann muss man sich eben eingestehen: ich bin keine 17 mehr und in den Dingern werde ich mich nie im Leben richtig wohlfühlen.
Nur weil es an anderen gut aussieht, muss ich es noch lange nicht selbst tragen. Nur weil ich Nude-Töne mag, heißt das nicht, dass mir das auch steht. Nur weil etwas gerade voll im Trend ist, heißt das nicht, dass es auch zu mir passt. Die Faustregel hier lautet also: wenn ihr euch in einem Kleidungsstück nicht wohlfühlt – weg damit. Das wird sich nämlich nicht ändern.

IMG_6260

Bestandsaufnahme

Erst nachdem ich meinen Schrank komplett geleert hatte, wurde mir klar, wie viel ähnliche Teile ich besitze. Oder wie viele Socken und Strümpfe mit Löchern drinnen. Oder wie viele Kleider, die ich noch kein einziges mal getragen habe! Den besten Überblick bekommt ihr, wenn ihr alle Teile einer Art (also alle Shirts, alle Hosen, alle Hemden etc.) auf einen eigenen Stapel legt. Dann fällt es auch leichter, sich zumindest von einem der vier hellblauen Hemden oder von zwei der sechs weißen T-Shirts zu trennen.

wichtige Fragen

Bei der „Take or Toss“-Entscheidung kann es helfen, sich selbst einige Fragen ehrlich zu beantworten. Wann habe ich dieses Teil das letzte Mal getragen? Habe ich es nur gekauft weil es damals so billig war? Und die wichtigste: steht es mir überhaupt? Bei der letzten Frage können ein paar (ehrliche) Freunde am besten helfen und ganz neue Sichtweisen liefern. Viel unterhaltsamer wird das ganze natürlich, wenn ihr nach prominentem Vorbild eine kleine Ausmist-Party schmeißt.

neue Methoden ausprobieren

Meistens scheitert man, weil man zu lasch an die Sache rangeht. Diese – zugegeben recht drastischen – Methoden sind jedenfalls einen Versuch wert:

  1. „Aus den Augen, aus dem Sinn“
    Wenn es euch so geht wie mir, dann gibt es immer ein paar Teile, bei denen man sich nicht sicher ist. „Im Urlaub trage ich das“ oder „Das ist was für Parties“. Wenn ihr euch tatsächlich gar nicht mit gutem Gewissen davon trennen könnt, dann legt es einfach in eine Schachtel und verstaut diese in den hinteren Teil des Schranks. Wenn ihr sie nach einiger Zeit wieder entdeckt und ihr nichts davon vermisst habt: weg damit, für immer.
  2. Die Bändchen-Methode
    Eine Hardcore-Lösung, die Mut erfordert aber 100%ig zum Erfolg führt. Bindet ein Bändchen an eure Kleiderstange. Ab jetzt hängt ihr alles, was bereits getragen wurde links hinter das Bändchen. Wenn es am Ende des Jahres tatsächlich noch Kleidungsstücke gibt, die sich rechts neben dem Bändchen befinden, dann sollte man sich auf jeden Fall davon trennen.
  3. Lass das Schicksal entscheiden
    Wenn euch ein einwandfreies Teil eurer Garderobe nicht mehr 100% gefällt, euch die Trennung aber trotzdem schwerfällt, dann lasst das Schicksal darüber entscheiden. Abfotografieren, auf eine Verkaufsplattform im Internet stellen und abwarten. Fühlt euch gut, dass jemand anders größere Freude damit hat und gönnt euch von dem damit verdienten Geld etwas nützlicheres.
  4. Keine Ausreden mehr
    „Das ziehe ich noch als Pyjama an“ gilt ab diesem Punkt nicht mehr. Dieser Gedanke ist zwar sehr nachhaltig aber mal ehrlich, man braucht nicht 15 Teile dieser Art. Besser ist es (sofern die Kleidung keine Löcher oder ähnliches hat) sie einfach zu spenden. Das schafft Platz und bringt auch noch ein gutes Gewissen.

 

Vielleicht konnten euch diese paar Schritte ja tatsächlich motivieren – das befreiende Gefühl danach ist jedenfalls kaum zu übertreffen. Bei all den Punkten gilt natürlich: die ausgemusterte Kleidung bitte nicht einfach in den Müll geben, sondern spenden! Ein Altkleidercontainer oder Frauenhaus ist bestimmt nicht weit entfernt.

Up next: Dran bleiben und weniger kaufen – der Clean Closet Guide Teil 2

 

4 Gedanken zu “Ausmisten leichtgemacht: der CLEAN-CLOSET-Guide Teil 1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s