Revolution

Ich war 16. Es war der Sommer in dem ich mein erstes Festival besuchen durfte. Die Sommertage waren endlos lang, die Nächte dafür viel zu kurz. Sie wurden durchgetanzt, mit Sms an die besten Freunden vertrödelt oder einfach nur mit reden verbracht. Verpflichtungen existierten nicht, die Dramen waren dafür umso größer.
Was ich damals an den Füßen trug? Meine Chucks, fast durchgehend. Sie waren schwarz, knöchelhoch und meine ersten. Damals war es cool, die Kappe mit Edding zu bemalen. Vorzugsweise in Schachbrettmuster oder mit Unterschriften aller Freunde. In den folgenden Jahren begleiteten sie mich noch durch viele weitere Festivals, Urlaube, Party-Abende und den Alltag. Wir haben gemeinsam die Magie eines Oasis-Konzerts erlebt, sind um 6 Uhr morgens zu Fuß den einstündigen Heimweg angetreten, haben Matheprüfungen verbockt, sind durch Regen, Matsch und noch viel schlimmeres gegangen. Aber nach all den Jahren der Treue, ereilte sie das Schicksal so vieler ausgelatschter Teenie-Schuhe: Meine Mutter schmiss sie in den Müll. Vermutlich aus Angst vor Infektionskrankheiten, dennoch war die Trauer groß. Ja, sie waren dreckig, löchrig und das satte Schwarz hatte sich schon lange in ein vergilbtes Grau verwandelt.. aber ich habe sie dennoch geliebt. Ein paar Schuhe, so viele Erinnerungen.

Chuck_II_Group_-_hi_33423  Chuck_II_Group_-ox_33422

Nach der kurzen Trauerphase stand schon bald ein neues Paar in meinem Schrank, das mich seitdem immerhin schon fast zehn Jahre durch alle Lebenslagen begleitet. Doch das ist keine Ausnahme-Romanze – vermutlich hat fast jeder seine ganz eigene Chucks-Story.
Seit seinem Debüt 1917, wurde der CHUCK TAYLOR ALL STAR zu einem der meist getragenen Sneakers der Welt. Der Basketballspieler und Converse-Mitarbeiter Chuck Taylor entwickelt mit dem Sneaker den ersten Basketballschuh, der von da an zum Synonym für den kompletten Sport wird. Aber auch bei Künstlern wie Andy Warhol, Musik-Ikonen wie Kurt Cobain und den Freigeistern dieser Welt findet das unkomplizierte Design durchgehend großen Anklang.

Fast 100 Jahre später kommt nun der aufgefrischte ALL STAR II auf dem Markt und gleicht damit einer Revolution. Mit Mikro-Wildleder-Futter, widerstandsfähigerem Tencel Canvas und (endlich!) bequemerer „Lunarlon“-Sohle  ist er eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Klassikers. Auch optisch hat sich etwas getan: der schwarze Streifen entlang der Gummisohle musste einem durchgehenden Weiß weichen und auch Ösen und Schuhbänder treten in den Hintergrund. Auch das Signature Piece – das All Star-Patch – wird in der neuen Version aufgestickt, statt aufgedruckt. Alles in allem ein gutaussehendes Qualitäts-Upgrade, aber auch ein bisschen so, als hätte man der Mona Lisa einen Schnurrbart verpasst. Was einen ein Leben lang begleitet, kann nämlich nicht so einfach aus dem Kopf verbannt werden. Wer den schwarzen Streifen genauso vermisst wie ich, den kann ich jetzt beruhigen. Denn das gute alte Klassik-Modell wird es auch in Zukunft noch zu kaufen geben.

Der neue Converse Chuck Taylor All Star II ist in den Farben Schwarz, Rot, Blau und Weiß als Low-Top für € 75 sowie als Hi-Top für € 80 erhältlich.

Black_hi_Chuck_II_33418  Blue_ox_Chuck_II_33416

Blue_hi_Chuck_II_33421  Red_hi_Chuck_II_33420

Red_ox_Chuck_II_33417  White_hi_Chuck_II_33419

(Credits: Converse)

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