Textil-Talk mit Urbanara – Lieblingsstücke für Zuhause

Ein verregneter Sonntag, der Terminkalender leer, der ganze Tag noch vor einem. Theoretisch könnte man es heute mit der ganzen Welt aufnehmen, muss man aber nicht. Viel schöner ist es da, sich mit einer Tasse heißem Tee auf’s Sofa zu verziehen, eingewickelt in die Lieblingsdecke. Und wenn man diese kleinen Auszeiten schon so zelebriert, muss auch das Drumherum etwas besonderes sein. Genau wie bei Kleidung, sollte man beim Kauf von Heimtextilien ebenfalls öfters mal Qualität vor Quantität stellen. Darauf bin ich selbst auch nicht sofort gekommen, geb‘ ich zu. Bis mir eine der weichen, leichten, wunderschönen Decken von URBANARA in die Finger fiel. Sommerliche Modelle aus Leinen oder wärmende Strickware aus Wolle für den Herbst –  umso schöner, wenn dann auch noch die Geschichte dahinter stimmt. Auf der Homepage wird transparent und ehrlich darüber informiert, wo die Produkte herkommen, wie sie hergestellt werden und aus welchen Materialien sie gefertigt sind. Im Sortiment gibt es mittlerweile aber nicht nur Heimtextilien wie Decken und Polster sondern ausgewählte Accessoires für die ganze Wohnung wie schwedische Vasen aus natürlichem Ton, Sisalteppiche aus den Niederlanden oder Duftkerzen der Parfumdesignerin Geza Schön, die Bildungseinrichtungen für Mädchen in Indien unterstützen. Klingt nach einer teuren Angelegenheit oder? Falsch gedacht, denn Bettwäsche aus 100% Baumwolle gibt es zum Beispiel schon ab € 35,-. Wie das möglich ist und welche Philosophie dahinter steckt, erfahrt ihr gleich, denn ich habe bei URBANARA mal genauer nachgefragt.

Urbanara in 3 Worten?
Qualität, Transparenz, faire Preise
Ihr habt im Jahr 2010 mit 50 Produkten gestartet, heute könnt ihr bereits über 60.000 Kunden weltweit vorweisen – was ist euer Erfolgsrezept?
Wir setzen auf Qualität, natürliche Materialien und beste Verarbeitung und geben Produktinformationen transparent weiter. Und wir haben gut designte Produkte. Mit dieser Kombination treffen wir den Zeitgeist und unterscheiden uns von anderen Marken. Das ist es, was unsere Kunden schätzen.
Was war der Beweggrund, dieses Label zu gründen?
Auf der Suche nach hochwertigen Produkten für die erste eigene Wohnung, stellten Claire Davidson und Ben Esser relativ schnell fest, dass alles, was sie auf dem Markt in wirklich guter Qualität finden konnten, so teuer war, dass sie es sich zum damaligen Zeitpunkt nicht leisten konnten und wollten. Nicht zuletzt weil beide aus Gründerfamilien stammen, entschieden sie sich dazu, es einfach selber zu machen. Denn beide stellten sich die Frage, ob Qualität tatsächlich teuer sein muss. Und so war die Idee zu URBANARA geboren.

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Urbanara ist ein Label, das fair produziert und auf Qualität setzt – gibt es von euch aus trotzdem noch Dinge, die ihr gerne noch verbessern würdet?
Es gibt immer Raum für Verbesserungen. Für uns bedeutet das konkret: noch mehr Hersteller und Produkte zu finden, die unsere Vorstellung von Qualität teilen und damit noch mehr Menschen ansprechen. Und wir wollen in Zukunft noch transparenter sein und unseren Kunden noch mehr Informationen zur Verfügung stellen.
Eure Produktexperten bereisen die ganze Welt, um neue Produkte zu finden. Welche Kriterien müssen Händler und Produzenten unbedingt erfüllen?
Wir arbeiten nur mit Händlern, die auf Qualität, natürliche Materialien und beste Verarbeitung setzen. Das kann ein großes Unternehmen oder ein Familienunternehmen sein. Wichtig ist uns, dass sie unsere Leidenschaft und Philosophie teilen. Bevor wir eine Zusammenarbeit mit einem Hersteller eingehen, machen wir uns außerdem ein umfassendes Bild über die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und versichern uns, dass auf Kinderarbeit verzichtet wird.
Die Themen Fair-Fashion und mehr Nachhaltigkeit in der Produktion von Textilien rückten in den letzten paar Jahren zum Glück immer mehr in den Vordergrund, der Großteil der Konsumenten scheint darauf aber keinen Wert zu legen, solange das Produkt günstig ist. Ihr seid für mich ganz klar unter den Vorreitern, die trotzdem zeigen: fairer Handel zu fairen Preisen geht sehr wohl. Was ist euer Geheimrezept und was muss passieren, damit das auch andere Marken begreifen?
Kein Geheimrezept, sondern einfach unsere Business-Model: Wir arbeiten direkt mit den Herstellern zusammen, d.h. wir haben keine zusätzlichen Kosten für Zwischenhändler. Wir setzen außerdem auf reinen Online-Vertrieb, mit Ausnahme von ausgesuchten Offline-Marketing-Aktivitäten wie Pop-Up-Shops, und haben daher – im Gegensatz zum stationären Handel – geringere Marketingkosten. Und das erklärt die Preise.

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Zum zweiten Punkt: Wir haben da sicherlich eine Vorreiterrolle. Uns ist Transparenz wichtig und wir legen viel Wert darauf möglichst viele Informationen bereitzustellen. Neben klassischen Produkttexten und Detailinformationen, gibt es bei uns z.B. auch Videos, die wir bei Produzenten gedreht haben, um die Herstellungsprozesse genauer darzustellen.
Wir glauben daran, dass sich das Konsumverhalten der Menschen über kurz oder lang ändern wird. Bereits jetzt wollen Kunden schon viel mehr über ein Produkt wissen als noch vor ein paar Jahren. Aber wir sind uns sicher, dass das Umdenken des Endkonsumenten letztendlich auch Marken beeinflussen, die im Moment noch nicht soweit sind.
Orientiert ihr euch sehr an kommenden Trends oder stellt ihr lieber Zeitloses her?
Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Lieblingsstücke für Zuhause zu produzieren. Daher fokussieren wir uns auf zeitloses Design. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch Trends aufgreifen.
Welche Trends im textilen und Einrichtungs-Bereich wird dieses Jahr bringen?
Von Marineblau bis Azur – für uns rücken 2015 Blautöne in den Mittelpunkt. Zarte Papaya- und Pfirsichtöne wirken dann als feiner Kontrast. Kupfer wird langsam von Messing abgelöst und Glas wird als Material vor allem bei Lampen eine große Rolle spielen.
Das meistverkaufte Produkt momentan?
Bettwäsche für den Sommer. Und dabei besonders unsere Kollektion Bellivs aus leichtem, atmungsaktiven Leinen.
Eigentlich bekannt für Textilien, habt ihr nun auch Keramik, Duftkerzen etc. im Sortiment. Wie kam es dazu und welche weiteren Produkte könntet ihr euch in Zukunft noch vorstellen? Wird es auch mal Urbanara Möbel geben?
Prinzipiell kommen für uns alle Produkte rund ums Zuhause in Frage wobei wir bei großen, sperrigen Möbeln, aufgrund der komplexen Logistik, wohl Halt machen würden. Da es für uns allerdings wirklich wichtig ist, zuerst Qualitäten zu verstehen und die richtigen Hersteller zu finden, treiben wir die Erweiterung des Produktportfolios eher langsam, aber dafür sehr sorgfältig voran.

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Ich bedanke mich vielmals bei URBANARA für das interessante Interview und die sympathischen Worte!
(Credits: Urbanara )

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