Immer inbetween – Interview mit Ariane Ernst

Fein, filigran und trotzdem immer ein modisches Statement – die Schmuckstücke von Ariane Ernst begeistern zu Recht ein immer größer werdendes Publikum. Nach welchem Konzept sie arbeitet, welche Geschichten hinter ihren Kreationen stecken und wie ihr Alltag als Schmuckdesignerin aussieht verriet mir die sympathische Ariane im Interview.
Erzähl uns doch von dem Moment, als du beschlossen hast, Schmuckdesignerin zu werden.
Das hat sich alles entwickelt. Mein erstes Praktikum habe ich schon während der Schulzeit bei meiner Cousine absolviert die auch Schmuckdesignerin ist. Anschließend folgte das nächste Praktikum in Brüssel und so nahm alles seinen Lauf.
Wien, Düsseldorf, New York, Schweden – alles Stationen deiner bisherigen Karriere. Wo hast du dich am wohlsten gefühlt und was hat dich an dieser Stadt besonders fasziniert?
Die Lebensqualität in Wien war enorm hoch. New York war sehr inspirierend und schnelllebig. Schweden war mir zu kalt und dunkel. In Düsseldorf fühle ich mich mittlerweile zu Hause – das mag aber vor allem daran liegen, dass ich nun hier die längste Zeit bin und auch vor habe, hier zu bleiben.
Schmuckdesignerin klingt nach einem Traumberuf. Wie sieht denn dein typischer Tag aus?
Ja ich liebe das was ich tue und genieße es jeden Tag. Ich stehe morgens auf, nicht all zu früh da ich kein Morgenmensch bin, und frühstücke erst mal gemütlich. Während dem Frühstück lese ich die neuesten News und schaue mir ein paar Mode Blogs an. Dann fange ich an zu arbeiten. In der Regel bin ich sehr viel mit E-Mails beschäftigt. Ich mache so gut wie alles alleine. Daher ist da auch sehr sehr viel administrativer Kram zu erledigen. Das Designen macht tatsächlich nur ca. 10% von meiner gesamten Arbeitszeit aus.

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Wenn man sich deine Entwürfe ansieht, merkt man, dass du auch die neuesten Modetrends aufgreifst oder sogar vorwegnimmst – was tust du, um immer am Laufenden zu sein?
Ich lasse mich vor allem von der Kunst und der Mode inspirieren. Ich arbeite stets konzeptuell was sich, denke ich, auch in meinem Schmuck widerspiegelt. Ich versuche keinem Trend hinterher zu rennen eher welche zu setzen bzw. diese konzeptuell auszuarbeiten und weiter zu entwickeln.
Du bezeichnest deinen Stil gern als „inbetween“, was bedeutet das für dich?
Ich arbeite stets unter dem Arbeitstitel „INBETWEEN“. Meine vielfältige Ausbildung ist da maßgeblich.
Es gibt so viele Schmuck-Richtungen. Es gibt den klassischen Juwelier Schmuck, den Mode-Schmuck, den Designer-Schmuck und den Avantgarde-Schmuck.
All diese unterschiedlichen Richtungen habe ich in meiner Ausbildung durchlebt und ich denke, das sieht man nun auch in meiner Gestaltung. Daher „INBETWEEN“.
Mit welchen Materialien arbeitest du?
Mit den unterschiedlichsten. Mit Stahl, Messing, Silber, Gold und Kunststoffen.
Ich finde deine Symbols of Life faszinierend, erzähl‘ uns ein bisschen mehr über diese Kollektion!
Meine „s.o.l. – symbols of life“ Anhänger Serie besteht mittlerweile aus 17 unterschiedlichen Formen. Ich habe mich mit Knotenpunkten beschäftigt. Inspiriert hat mich hierbei die Künstlerin GEGO (Gertrude Goldschmidt).Für mich steht die Form im Vordergrund. Sie sagt so viel aus. Ich übersetze meine Formen so, dass wenn z.B. ein Anhänger mehrere Richtungen aufweist, dies symbolisch für den Lebensweg stehen kann. Wenn man jung ist, probiert man sich in die unterschiedlichsten Richtungen hin aus, dann passt s.o.l. no.4, 7, 8, 10 und 12 zu einem. An irgendeinem Punkt in seinem Leben steckt man in seinem Alltag fest und bewegt sich förmlich gesprochen nur im Kreis. Dann passt s.o.l. no. 14, 15 und 16 sehr gut. Diese Deutung ist für mich in keinster Weise esoterisch oder anderweitig angehaucht. Sondern eher absolut minimalistisch auf die Form reduziert und übersetzt, wie ich Formen sehe.

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Du arbeitest zurzeit auch mit 3D-Drucktechniken, wie wendest du diese an und was macht am meisten Spaß dabei?
Ja das ist eine super Technik um schnell neue Formen zu entwerfen und diese zu produzieren.
Da ich als Ein-Frau Unternehmen bestehen muss, ist es genial für mich. Ich möchte meine Produktion nicht in Asien haben, sondern so viel es geht selbst machen um jeder Zeit darüber die Kontrolle zu haben.
Trägst du selbst nur deinen eigenen Schmuck oder hast du ein Lieblingslabel?
Ich trage fast nur meinen eigenen Schmuck. Ab und zu tausche ich mit ein paar Kollegen auf Messen die Schmuckstücke aus.
Wo kann man deinen Schmuck erstehen?
Bei mir direkt über den Online Shop oder über Retailer. Die Liste ist auf meiner Homepage ersichtlich: http://www.arianeernst.com/32.html
Kannst du uns Tipps geben, wie wir unseren Schmuck am besten pflegen bzw. reinigen können?
Ja klar! Am besten ist es immer, seinen Schmuck beim Eincremen und Parfümieren auszuziehen – auf jeden Fall beim Duschen und Schwimmen. Wenn man sich daran hält, ist man schon mal auf der sicheren Seite. Viele Schmuckstücke sind auch nur vergoldet. Ich biete z.B. an, meinen Schmuck auch wieder neu zu vergolden, wenn sich die Vergoldung nach einer Zeit abgetragen hat.
What’s on your shelf?
Hm. Ich komme kaum zum Bücher lesen. Meistens nur im Urlaub. Ich lese aber regelmäßig Zeitschriften. Meine absolute Lieblingszeitschrift ist INTERVIEW, dicht gefolgt von VOGUE, ELLE und QVEST sowie eine Fachzeitschrift namens Art Aurea. Ich habe einige Fachbücher über Schmuck, Mode und Kunst, wo ich immer mal wieder drin blättere und ein paar Abschnitte lese.
(Credits: LINA ZANGERS, NEVS LUE, arianeernst.com )

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